Jeg sitter i det eneste hyggelige huset jeg har boet i – i Åsgårdstrand

DIE PERSON EDVARD MUNCH

DIE PERSON EDVARD MUNCH

Åsgårdstrand übte eine große Anziehung auf Edvard Munch aus. Jedes Mal wenn er in seinem Haus ankam fühlte er Frieden, Freude und Inspiration.  Die lokale Bevölkerung unterstützte ihn und er fühlte sich wohl und sicher in ihrer Gegenwart. Sie halfen ihm außerdem mit vielen praktischen Dingen wie die Instandhaltung seines Hauses. Hier genoss er ein problemfreies und unkompliziertes Leben während einiger Sommermonate. Sein Freund Christian Gierløff beschreibt es folgend:

Die Sonne schien den ganzen Tag und wir ließen uns von ihr braten. Munch malte ein bisschen an einem Bild von badenden Leuten, aber die meiste Zeit lagen wir überwältigt von der Kraft der Sonne in Sandgruben ganz unten am Ufer zwischen den großen Steinen und ließen  unsere Körper sich vollsaugen von der Kraft der Sonne. Niemand fragt nach Badeanzügen. Die Wollust des Faulenzens, kein Bedarf nach etwas Anderem, keine Wünsche, nichts wie die Seligkeit der Gipfel der Anstrengung war, wenn wir einen flachen Stein über das Wasser fliegen ließen.

Sommernacht am Strand, 1902-03 (c) Munch-museet/Munch-Ellingsen Gruppen/BONO 2013

Sommernacht am Strand, 1902-03 (c) Munch-museet/Munch-Ellingsen Gruppen/BONO 2013

Gierløff erzählt weiter wie sie am Abend zum Leben erwachten, wie sie aus ihrem schlaflosen Sommertags-Schlaf erwachen, todmüde vom nichts Tun, sich mit ihre Kleider zudeckten.

wenn die Sonne unterging wachte der Geist auf und das Blut fing wieder an zu zirkulieren. Im Osten stieg der Mond aus seiner Wiege  auf, schaute blass aber gefasst über den Fjord und machte eine Brücke zu uns herüber.  Wieder stellte sich Munch an die Staffelei. Das Bild mit den badenden Leuten lag noch immer da wo es hingefallen war, mitten zwischen die Steine, aber er hatte schon eine neue Leinwand an der Staffelei jetzt malte er den Mond und die Mondenbrücke über das Meer. Er hatte ein Monopol auf den Mond und darüber konnte sich der Mond nur freuen. Niemand außer Heinrich Heine hat es geschafft diese schweigende Poesie des Mondes einzufangen, wie er.

Kiøsterudgården, 1904 (c) Munch-museet/Munch-Ellingsen Gruppen/BONO 2013

Kiøsterudgården, 1904 (c) Munch-museet/Munch-Ellingsen Gruppen/BONO 2013

Munchs Freund und Verwandter Ludvig Ravensberg schreibt, wenn er zu Besuch bei Munch war, weckte er ihn immer in der Früh, mit der selben freudigen Strophe: „Die Sonne ist auf, es hellt den Tag, der Hahn grüßt mit ein Flügelschlag. Der Tag ging schnell vorüber in Munchs Gesellschaft und seine Laune war immer strahlend. Er hatte unendlich viele Ideen die er umsetzen wollte. Wenn der Sommer da war konnte er durch die Arbeit alle seine Niederlagen und Frustrationen vergessen.

Gierløff erzählte auch von der letzten Mode –eine Pistole zu besitzen und damit im Garten zu schießen!

eine oder mehrere Pistolen besitzen wir alle, wir schießen und gewinnen Prämien. An einem stillen Tag kann man in Åsgårdstrand durchaus Pistolenschüsse hören. Lebensgefährlich meinen viele. Edvard Munch und Alfred Hauge behaupten die besten Schützen zwischen den Malern in Åsgårdstrand zu sein. Die Zielscheibe steht unten am Wasser, und die Kugeln  pfeifen oft daneben.

Weiter erzählte er, dass es nie an Unterhaltung und vergnügliche Situationen in dieser ländlicher Umgebung fehlte. Es gab zum Beispiel in Åsgårdstrand vier Schuster die alle  humpelten.

Munchs nächster Nachbar war der Schuster Kristoffersen, der an der Krücke ging. Ein bisschen weiter drüben in der Straße wohnte der humpelnder Schuster Bjørnesen und ein paar Schritte weiter wohnte Schuster Flesberg der meistens, sich unterhaltend, zuerst auf dem kurzen und dann auf dem langen Bein in der Tür stand.  Zuletzt der vierte, Pinken, bei dem nicht viel Zeit zwischen dem ersten Schnaps und dem nächsten Bier lag. Man konnte ihn deswegen öfters humpelnd in der Snurregatasehen.

Humpeln tat auch der Fischer Jørgen Sluta, der manchmal über Gicht im Holzbein klagte.

Baumgruppe am Strand   1902  (c) Munch-museet/Munch-Ellingsen Gruppen/BONO 2013

Baumgruppe am Strand 1902 (c) Munch-museet/Munch-Ellingsen Gruppen/BONO 2013

Edvard Munch wurde von der lokale Bevölkerung sowohl respektiert als auch gemocht. Sie beschrieben ihn als einen fleißigen, genügsamen und vertrauenswürdigen Mann. Er vergaß sie auch nicht, wenn er im Ausland verweilte, sondern schickte öfters Geld und Geschenke. Im Ort wohnte auch die Familie Book mit den drei Töchtern Paulina, Carola und Petra. Der Vater Carl Johan Book wurde als Munchs bester Freund beschrieben. Petra arbeitete eine Zeitlang als Munchs Haushälterin und teilweise als Modell. Ein Mal als Munch sich in Rom aufhielt, fiel ihm ein, dass Carola Geburtstag hatte.  Daraufhin ging er in ein Spielzeuggeschäft und kaufte ihr eine Puppe die er nach Åsgårdstrand schickte. Vielleicht ist es die, die auf der Malerei der drei Schwestern abgebildet ist?

Das Haus der Familie steht heute noch, aber das Grundstück ist an der Nordseite bebaut. Auf der Südseite bezeugt allerdings der große Obstgarten für Books gute Hand mit Pflanzen.

In ein Interview erzählte Harald Langen, Munchs Hausmeister über fast 50 Jahre, dass er Munch öfters fragte ob er seinen Besitz an ihn verkaufen würde, aber dieser antwortete:

Das Haus soll so lange ich lebe nicht verkauft werden, wenn ich tot bin könnt ihr euch darum streiten.

Langen erzählte weiter, dass Munch sehr einfach lebte, wenn er in Åsgårdstrand war. Oft aß er im Stehen seine Mahlzeit die oft nur aus Wein bestand.

Kaufmann Larsen bestätigte, dass Munch von der lokalen Bevölkerung sehr geschätzt wurde und erzählte folgende Geschichten:

Ein Mal schickte er mir zu Weihnachten 100 Kronen aus Berlin für die Armen Leute im Dorf. Er hatte selbst bestimmt wer das Geld bekommen sollte. Er war auch sehr großzügig zu seinen Freunden. Meine Frau bekam an ihrem Geburtstag 1904 eine Radierung und ich bekam zu meinem Geburtstag ein Selbstportrait von ihm.

Einmal bekam meine Frau einen großen Briefumschlag mit der Post. Als sie ihn aufmachte flogein großer Papierschmetterling in wunderschönen Farben heraus. Der Schmetterling war an einer Feder befestigt gewesen.

Manchmal wenn er in Geldnot war musste ich ihn etwas leihen, aber er bezahlte immer so schnell wie möglich zurück und war er im Ausland schickte er das Geliehene inklusive Zinsen zurück.

Er schätzte es auch sehr, dass wir seinen Garten und Gemüsegarten pflegten, wenn er weg war.

Seine Schwester Inger und Tante Karen wussten zu erzählen wie er sich nach seinem Haus sehnte, wenn er im Ausland war und in einem Brief von ihr vom 5.9.1904 können wir lesen:

Es freut mich zu wissen dass Du wohlbehalten wieder zurück bist in Deinem kleinen Haus und, dass Du dort Deine Ruhe wieder finden kannst. Der Garten ist jetzt besonders schön und ein bisschen Gemüse sollte auch noch zu ernten sein.

Ein anderes Mal erzählte sie wie schön der Aufenthalt mit Inger dort gewesen sei während er weg war:

Jetzt sind wir den letzten Sonntag hier, am Ende der Woche fahren wir wieder zurück nach Nordstrand. Vielen dank dass wir hier sein dürfen! Es ist so schön und billig gewesen, mit frischem Gemüse und Beeren aus dem Garten und Fisch aus dem Meer. Inger hat sich sehr schön erholt und sieht gut aus. Und vielen dank für das ganze Geld das du uns geschickt hast!
Am Dampfschiff sind wir Herr Anwalt N
ørregaard mit Frau begegnet, sie haben sich sehr gefreut über deinem Erfolg im Ausland und wie gut es Dir jetzt geht. Sie sind wahre Freunde!
Hier in
Åsgårdstrand genießen wir dank Dir großer Achtung und wir bekommen überall Kredit wenn wir gerade kein Bargeld dabei haben.

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